Juso-Regiokonferenz in Ravensburg

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Bericht von der Juso-Regiokonferenz Südwürttemberg am 28.1.2017 im Hotel Storchen in Ravensburg. 

 

Am 28.1.2017 fand unter dem Titel „Deutschland, deine Bildung – das Bildungssystem der BRD“ im Hotel Storchen in Ravensburg die zweite Juso-Regiokonferenz Südwürttemberg des Arbeitsjahres statt. Dafür waren Jungsozialistinnen und Jungsozialisten aus den Kreisverbänden Bodensee, Biberach, Sigmaringen, Zollernalb, Tübingen, Reutlingen, Alb-Donau, Ulm und Ravensburg eingeladen und erschienen auch zahlreich, sodass am Ende gut zwanzig Jusos anwesend waren. 

 

Nach einer kurzen Begrüßungs- und Vorstellungsrunde begannen wir die Konferenz mit einem Brainstorming darüber, wie die Jusos in Südwürttemberg mehr weibliche Mitglieder bekommen können. Dies geschah aus gegebenen Anlass: Unter gut zwanzig Anwesenden war nur eine Frau! Nach einem langen, intensiven Gespräch kamen wir zu dem Schluss, dass dieser Mangel an weiblichen Mitgliedern letztlich Symptom eines kulturellen Sexismus ist, aufgrund dessen politischem Interesse und Aktivismus von Frauen deutlich weniger Unterstützung und Akzeptanz begegnet, als dem von Männern. Diesem wollen wir entgegenwirken, unteranderem mit Aktionen gezielt zu Themen, die das Leben junger Frauen beeinflussen. So sind zum Beispiel Veranstaltungen in den Kreisverbänden am Equal-Pay-Day geplant. 

 

Im Anschluss daran bildeten wir Gruppen, um über Aspekte des baden-württembergischen Bildungssystems zu diskutieren. Im Mittelpunkt standen dabei die Fragen, wie Schulen am besten digitalisiert werden sollten, wie Chancengleichheit auch in der Hochschulbildung garantiert werden kann und wie man die Gemeinschaftsschulen und andere Errungenschaften der grün-roten Bildungspolitik gegen die grün-schwarze Regierung verteidigen muss. 

Für uns steht fest, dass es in der Bildungspolitik höchste Priorität haben soll, Schüler*Innen im Umgang mit moderner Computertechnik zu schulen. Gleichzeitig kann es aber auch nicht sein, dass Lehrer*Innen neben ihrem eigentlich Beruf den Job eines Computertechnikers und Systemadministrator übernehmen müssen. Daher sprachen wir über Forderungen nach einem größeres Angebot an Fortbildungen für Lehrer*Innen zu diesem Thema und vom Land gestellte Systemadministrator*Innen an den Schulen. 

Beim Thema Chancengerechtigkeit in der Hochschulbildung verurteilen wir die Pläne der grün-schwarzen Landesregierung, Studiengebühren für Student*Innen aus Nicht-EU-Ländern einzuführen, scharf. Darüberhinaus sprachen wir darüber, wie man das BAföG gerechter und unbürokratischer gestalten kann und positionierten uns klar für das Schüler-BAföG. 

Des weiteren machten wir noch einmal klar, dass für uns die Gemeinschaftsschule das Schulmodell der Zukunft ist. Jedoch erkennen wir die Gefahr, dass die grün-schwarze Landesregierung das nicht so sieht, sondern die Gesamtschulen zu einer Art Hauptschulersatz verkümmern lässt. Das ist für uns keine Option, weshalb wir uns klar als Schutzpatron der Gesamtschulen positionierten, zumal die einzigen Argumente gegen die Gemeinschaftsschule Standesdünkel und ein kulturpessimistischer Strukturkonservatismus sind. 

Natürlich sprachen wir in dieser Arbeitsgruppenphase auch darüber mit welchen Aktionen, Flyern und Anträgen unsere gewonnen Erkenntnisse in die Tat umgesetzt werden können. 

 

Nach einer kurzen Mittagspause in der Innenstadt Ravensburgs, hielt Yannick Schulze, Kreisvorsitzender der Jusos Ludwigsburg, JAV und aktives ver.di Mitglied, den Vortrag „Ausbildung besser machen - Forderung des DGB zur Reform des BBiG (Berufsbildungsgesetz)“. 

Zunächst erklärte er uns, welche Bereiche des Berufslebens im BBiG geregelt sind. Danach widersprach er dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, das bei einer Evaluation zu dem Ergebnis kam, es gäbe „keinen Handlungsbedarf“ das BBiG zu reformieren. Yannick Schulze zur Folge „weiß, wer in der Berufsbildung aktiv ist, dass das nicht stimmt“. Daher machte er die Forderungen der DGB-Gewerkschaften für eine Reformierung des BBiG klar, unter anderem eine Garantie auf einen Ausbildungsplatz für jeden Menschen, der eine Ausbildung machen will und eine Garantie auf unbefristete Übernahme nach Ende der Ausbildung. 

Anschließend folgte eine Diskussion über das Berufsbildungssystem in Deutschland.

 

Zum Abschluss der Veranstaltung tauschten sich die Vertreter*Innen der verschiedenen Kreisverbände aus und gaben den Organisator*Innen der Regiokonferenz Feedback und Anregungen. 

 

Wir, die Jusos Ravensburg, haben uns gefreut, so viele junge aktive und engagierte Menschen mit großartigen Ideen bei uns willkommen zu heißen.

 

Wendelin Wahn

Jusos Ravensburg

 
 
 

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